Bericht des Vorsitzenden des SBOO

Der 49. Jahreskongreß war für mich ein ziemlicher Einschnitt, das neue alte Amt war in meiner Lebensplanung nicht vorgesehen. Aber die Bereitschaft einer Reihe von jüngeren Schachfreunden, mit mir zusammen die Vorstandsarbeit zu verantworten, hat mir Mut gemacht, das Amt anzunehmen.

Es hat sich m. E. bewährt, daß jedes Vorstandsmitglied weitgehend auf sich gestellt seine Aufgaben mit Tatkraft gelöst hat. Wir konnten so ohne viele Vorstandssitzungen doch gute Ergebnisse in allen Aufgabenfeldern erreichen. Für mich war entscheidend wichtig, daß ich auf die hervorragend geordneten Akten des Bezirkes zurückgreifen konnte. Sie waren unvergleichlich zugänglicher als das Material, das ich vor Jahren dem Schachfreund Berger übergeben hatte.

Doch dann kam rasch eine ernste Bewährungsprobe, die Auseinandersetzung um die Bedenkzeitregelung, die der letzte Jahreskongreß beschlossen hatte. Für mich ging es dabei auch um das Zusammenleben im Vorstand und Bezirk, um die Wahrnehmung unseres Bezirkshandelns durch die Vereine. So habe ich versucht, daß Gesetz des Handelns angesichts der vielen verschiedenen Stimmen mir nicht aus der Hand nehmen zu lassen. Es gab ja dabei durchaus die Versuchung, durch formale Rechthaberei die Sache vom Tisch zu fegen. Ich denke, daß wir als Bezirk an dieser Frage gewachsen sind und in Zukunft aufmerksamer miteinander umgehen können.

Das Jahr 2006 ist mit dem 51. Jahreskongreß für den Schachbezirk ein Jubiläumsjahr. Bis 1955 waren Bremer Schachbezirke und vier Bezirke in unserem Gebiet, die heutigen vier Unterbezirke, Mitglied im Schachverband Weser-Ems. Dieser Schachverband war Mitglied im Deutschen Schachbund, es gab noch nicht den Anschluß an den NSV. 1956 schlossen sich in dem Osterkongreß in Oldenburg die vorher selbständigen vier Bezirke unseres Gebietes zur OOSV (Oldenburg/Ostfriesische Schachvereinigung) zusammen, später in SBOO umbenannt. Weiterhin blieb die Verbindung mit den Bremer Schachfreunden im Verhältnis zum DSB, bis 1979 der SBOO dann Mitglied im NSV wurde.

Wir müssen überlegen, ob wir im Rahmen eines Jubiläums auch die Nachkriegsgeschichte der jetzigen Unterbezirke einbeziehen wollen. Ich denke, daß wir während des Kongresses dieses Thema anreißen können.

Interessant war in diesem Zusammenhang ein Gespräch, daß wir als NSV-Vorstand mit Vertretern des Bremer Schachbundes führten. Es ging um eine mögliche stärkere Verbindung zwischen uns und den Bremern. Es war sicher nicht ausschließlich scherzhaft gemeint, als mir ein Bremer Schachfreund zurief, ob wir es nicht mit der früheren Verbindung wieder versuchen könnten. Eigentlich wäre das meiner Meinung nach gar keine schlechte Idee, sind wir doch ein NSV-Bezirk, der keine Anbindung an ein starkes Schachzentrum hat.

Für den Herbstkongreß des NSV habe ich angekündigt, nicht wieder als Referent für Breitensport zur Verfügung zu stehen. Es wäre das sicher gut, wenn wir diesen Posten wieder für unseren Bezirk behalten könnten, wer ist dazu bereit? Denn gerade im Blick auf die Schacholympiade 2008 ist einiges in diesem Bereich zu erwarten.