Schachbezirk Süd-Oldenburg: Kreisklasse Süd 2007 / 2008
Zur Schachgesellschaft Barnstorf

Wertvollster Spieler

Ich habe der Versuchung widerstanden, für jede Mannschaft einen wertvollsten Spieler zu benennen,
und will das nur für die Barnstorfer Mannschaften tun.
Für Barnstorf 1 ist das recht einfach: Pascal Lettmann hat mit 6 aus 7 ein herausragendes Ergebnis
erzielt und ist ohne Frage Barnstorfs wertvollster Spieler 2007/2008. An Brett 4 bildete er die
verläßliche Stütze der Mannschaft, holte die notwendigen Punkte und mußte sich lediglich in
Cloppenburg dem 300 DWZ-Punkten stärkeren Igor Fedelheimer (nach starkem Kampf) beugen.
Die zweite Stärke der 1. Barnstorfer Mannschaft war ihre Geschlossenheit: niemand hatte einen
Durchhänger, und es gab keinen Spieler, der unter 50 % der Punkte erzielte, einschließlich
unserer Ersatzspielerin Dorothea Lettmann. Das war die eigentliche Ursache des Erfolges der Mannschaft.
Vor der Saison hatte ich als Ziel den Kampf um den 3. Platz ausgegeben. Das war nicht tiefgestapelt,
den unser 2. Endplatz fiel uns nicht kampflos zu. Besonders das 2:2 gegen Dünsen hätte leicht eine
Wende zu unseren Ungunsten einleiten können, und auch bei den nominell scheinbar unterlegenen Mannschaften
wie etwa Hümmling 2 wäre jederzeit auch ein Mannschaftsremis drin gewesen.

Eins der scheinbar kuriosen Ergebnisse war das 3:1 von Barnstorf 1 gegen Barnstorf 2 - mit einem DWZ-Unterschied
von 500 Punkten. Und doch siegte hier Fabian Winter (ohne DWZ) gegen seinen Bruder Christoph. Und obwohl uns
dieser eine Brettpunkt am Ende sehr wohl hätte fehlen können, finde ich das ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Zum einen zeigt es die potentielle Stärke unseres Nachwuchses, die wir im nächsten Jahr dringend brauchen werden.
Zum anderen aber tritt hier echter sportlicher Kampf zutage, in dem kein Punkt einfach hergeschenkt wird, auch wenn
es der ersten Mannschaft des Vereins im Kampf um den Aufstieg ein Bein stellen könnte. Mir hätte das Ergebnis
auch dann noch gefallen, wenn wir dadurch tatsächlich nicht aufgestiegen wären.

Womit wir bereits bei dem Ergebnis der 2. Mannschaft wären. Ihr Auftrag lautete: sammelt Erfahrungen! Da hier 4
Anfänger im Turnierschach an den Start gingen, war ein anderes Ergebnis als Rang 8 nicht zu erwarten. Ich hatte sogar
gesagt, die Mannschaft sollte sich darauf gefaßt machen, daß es auch keinen Brettpunkt geben werde.
Das Resultat ist wesentlich erfreulicher geworden. Neben 4,5 Brettpunkten gab es ein Mannschaftsremis.
Leider hatte die Mannschaft Besetzungsprobleme am 4. Brett - was wir im kommenden Jahr hoffentlich nicht mehr zu
befürchten haben. Die Brettauswertung zeigt, daß die Mannschaft an den ersten beiden Brettern sogar den
vorletzten Platz erreichen konnte. Den besten oder wertvollsten Spieler dieser Mannschaft zu benennen, ist schwer möglich.
Jürgen Meyer am Brett 1 hatte die schwierigste Aufgabe und konnte dort sogar einen Brettpunkt erobern.
Fabian Winter an Brett 2 holte 2 aus 6 - Loris Uhlenberg liegt mit 1,5 Punkten knapp dahinter, hatte jedoch nicht
mit so starken Gegner zu kämpfen, wie Timo Gottlieb, der ein Brett vor ihm spielte. Belassen wir es also dabei, daß
die 2. Mannschaft das Saisonziel erreicht hat und sich vor allem dadurch auszeichnet, nie den Mut und Kampfeswillen
gegenüber den immer stärkeren und erfahreneren Gegnern verloren zu haben.

Aber ...

Natürlich lief nicht alles glatt und gab es Dinge, die wir im nächsten Jahr besser machen sollten. Ich denke, es ist am besten, auch
darüber laut nachzudenken.
1. Beide Mannschaften sollten geschlossener auftreten und sich mehr als Mannschaft verstehen. Das bedeutet (vor allem für die 2.),
sich mehr für das Spiel der Mitspieler zu interessieren und vielleicht nicht sofort nach dem Ende des eigenen Spiels nach Hause
zu stürmen. Weiter sollte niemand ein Remis anbieten oder annehmen oder gar die Partie aufgeben, ohne an den Rest der Mannschaft
zu denken. Dafür ist der Mannschaftsführer da, und er ist in jedem Fall vorher zu fragen, ob ein Remis im Mannschaftssinne (!) gut
wäre oder nicht. (Nur nebenbei zur Information: der Mannschaftsführer hat den Überblick über den gesamten Kampf, wirft auch
im fraglichen Fall einen Blick auf die Stellung und entscheidet, ob ein Remis angeboten / angenommen werden kann oder nicht.
Natürlich gibt der Mannschaftsführer keine Hinweise zum Verlauf der Partie.)
2. Nach dem Ende der eigenen Partie erhält der Mannschaftsführer das Original der Partiemitschrift. Das steht nicht nur so in der
Turnierordnung, sondern ist auch für die spätere Analyse der Partie, die innerhalb der Mannschaft erfolgen sollte, wichtig. Sonst machen
wir immer wieder die gleichen Fehler.
3. Es erspart der gesamten Mannschaft einige Nervenzusammenbrüche, wenn alle Spieler pünktlich am Treffpunkt erscheinen. Zudem
erledigen sich die notwendigen Vorbereitungen gemeinsam nun einmal besser. Zu Hause sollten wir uns auch als Gastgeber verstehen
und die anreisende Mannschaft begrüßen und uns um deren Wünsche kümmern. (Ein einfaches Gebot der Höflichkeit.) Wir werden
in der kommenden Saison die Zeiten zum Treff bei Auswärtsspielen auch ein wenig vorverlegen, damit die 5 Minuten Verspätung
eines Spieler nicht gleich für die gesamte Mannschaft die Anfahrt zur Zeitnotfahrt werden lassen. In jedem Fall sollte jeder Stammspieler
aber alle Spieltermine kennen und den Mannschaftsführer so schnell als möglich informieren, wenn er einen Termin nicht einhalten kann.
4. Vor allem für die Spieler der 2. Mannschaft sollte es selbstverständlich sein, eine gespielte Partie zu Hause zu analysieren. Im Verein
findet Ihr bei jedem Spieler Hilfe dabei.

Und doch ...
war es trotz der 4 Abers eine gute Saison für beide Mannschaften. Meist hat alles geklappt, und wir haben, denke ich, gut zusammengefunden.
Vor allem haben wir einen guten Start hingelegt. Jetzt brauchen wir nur noch ein wenig besser zu werden ...

Olaf R. Spittel