hatte 15 Mannschaften ins Rasthaus Barnstorf, Heimat der Schachgesellschaft
Barnstorf, geführt. Kurz vor Toresschluß und mit einem DWZ-Schnitt von über 2100
meldete eine Ricklinger Mannschaft einen ernsthaften Anspruch auf den
Turniersieg an - doch wie im
Vorjahr hatte
Vechtas 1. Mannschaft den stärksten Siegeswillen. In der Besetzung
Jürgen Zurborg, Christoph Rauber und Dirk Schmitt (und damit 200 DWZ-Punkte
hinter dem DWZ-Favoriten) gaben sie lediglich ein Remis an Sulingen 1 ab und
siegten mit 13:1 Mannschaftspunkten. Sulingen 1 wiederum erkämpfte ein Remis
gegen Ricklingen und eroberte so den 2. Gesamtrang. Als rangbeste Mannschaft aus
dem Landkreis Diepholz verteidigte Sulingen damit den Besitz des Grafen-Pokals
aus dem Vorjahr, der vom Landkreis Diepholz gestiftet und durch Jürgen Meyer
(Barnstorf), Vorsitzender des Schachbezirkes Südoldenburg, überreicht wurde.
Rang 3 in der Mannschaftswertung belegte Ricklingen vor
insgesamt 5 punktgleichen Mannschaften, deren Reihenfolge durch die erzielten
Brettpunkte ermittelt werden mußte: Wildeshausen 3, Barnstorf 3, Wildeshausen 1
und Bremen / West (punktgleich) und Wildeshausen 4.
Bester Spieler an Brett 1 war Jürgen Zurborg (der für Vechta startete), an Brett
2 Igor Boss (Ricklingen), beide mit 6 aus 7. An Brett 3 dominierte der
Vechteraner Dirk Schmitt, der mit 6,5 aus 7 auch der beste Spieler des Feldes
war. Die beste DWZ-Performance erzielte mit 2127 Christian Regert aus
Ricklingen.
Bemerkenswert ist das punktgleiche Abschneiden von 5 Mannschaften, davon allein
3 aus Wildeshausen, die das Turnier nutzen, um junge und alte Spieler recht bunt
durcheinander zu mischen und bewußt auf die Nominierung der stärksten Mannschaft
verzichteten - dafür jedoch eine bessere Bindung der verschiedenen
Altersschichten miteinander erreichten. Barnstorf schloß sich dieser Idee an und
schickte insgesamt 3 Mannschaften ins Rennen, von denen sich zwei als ziemlich
gleichstark erwiesen. Optisch liegen die Ränge 5 und 11 zwar weit auseinander -
doch 2 Mannschaftspunkte Differenz ist nicht viel. Für beide Barnstorfer
Mannschaften darf das als guter Erfolg gewertet werden.
Die Schlußrunde versprach kaum noch Überraschungen, da Vechta 1 uneinholbar
führte und nur noch gegen die deutlich schwächere Mannschaft Vechta 2 zu spielen
hatte. Bei knapp 600 DWZ-Punkten Differenz sollte das ein klares 3:0 werden.
Jedoch kam Vechta "nur" zu einem 2:1-Sieg - ein Beweis, das im Schach immer
Überraschungen durch die nominell Schwächeren möglich sind.
Sulingen 1 hatte in diesem Jahr einen noch überzeugenderen Auftritt als im
Vorjahr. Mit Dr. Manfred Baar, Elmar Kastens und Fabian Kubannek kamen sie dem
ersten Platz denkbar nahe und sorgten aus eigener Kraft für den wichtigen
Mannschaftspunkt Vorsprung vor dem Tabellendritten Ricklingen.
Die Grundidee dieser Kreismeisterschaften ist, Schachspieler aus der Region
zusammenzuführen, die sich sonst nie am Brett gegenüber sitzen, da die
Mannschaftskämpfe im Deutschen Schachbund andere regionale Gruppen bilden. In
diesem Sinne ist die 2. Auflage des Turniers, das von der Schachgesellschaft
Barnstorf organisiert wird, ein großer Erfolg für den Schachsport im Landkreis
und zugleich ein verbindenden Element zu den Nachbarkreisen.
Olaf R. Spittel
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