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Sir Arthur Conan Doyle: Die rote Lampe
Tatsachen und Fantasien aus dem Leben eines Mediziners. Erzählungen. Originaltitel: Round the Red Lamp (1894)
Sir Arthur Conan Doyle: Ausgewählte Werke, Band 30
Herausgegeben von Olaf R. Spittel
Übersetzung aus dem Englischen von Nadine Erler
Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2009. 192 S. 17,- €. Format 12 x 19, Softcover
ISBN-13: 978-3-940597-33-5

 Die rote Lampe

 

"Mediziner sind im allgemeinen viel zu beschäftigt, um von einzelnen Vorfällen oder dramatischen Ereignissen Notiz zu nehmen. Daher handelt es sich bei dem besten Chronisten ihrer Erlebnisse, den unsere Literatur kennt, auch um einen Anwalt. Das Leben an den Betten von Sterbenden – oder Gebärenden, was wesentlich anstrengender ist – zu verbringen, trübt das Augenmaß, so wie andauernder Alkoholkonsum die Geschmacksnerven abstumpfen läßt. Überreizte Nerven reagieren irgendwann nicht mehr. Fragt man einen Chirurgen nach seinen eindrucksvollsten Erfahrungen, antwortete er wahrscheinlich, daß es nur wenig Bemerkenswertes gab – oder er verliert sich in technischen Details. Aber überraschen Sie ihn mal eines Nachts, wenn das Feuer im Kamin flackert, seine Pfeife qualmt und er in Gesellschaft einiger Kollegen ist, mit einer geschickten Frage oder Andeutung – dann taut er auf. Dann erntet man ein paar ganz frische Früchte vom Baum des Lebens."

Arthur Conan Doyle

Inhalt

Vorwort

The Preface

Ein Relikt

Behind the Times

Die Nachhut von '15

A Straggler Of '15

Die dritte Generation

The Third Generation

Ein Fehlstart

A False Start

Evas Fluch

The Curse of Eve

Die Liebenden

Sweethearts

Die Frau eines Physiologen

A Physiologist's Wife

Eine Frage der Diplomatie

A Question of Diplomacy

Mediziner unter sich

A Medical Document

Die Ärzte von Hoyland

The Doctors of Hoyland

Der Chirurg

The Surgeon Talks

"Sie werden feststellen, daß soviel Tragik im Leben eines Arztes steckt, mein Junge, daß er es nicht ertragen könnte ohne die komische Seite, die er manchmal zu sehen bekommt und die ein Lichtblick für ihn ist. Und ein Arzt hat auch allen Grund, dankbar zu sein. Vergessen Sie das nie. Es ist so eine Freude, ein bißchen Gutes zu tun, daß ein Mann für dieses Privileg bezahlen sollte, statt bezahlt zu werden. Natürlich muß er Frau und Kinder ernähren und ihnen ein Dach über dem Kopf geben. Aber seine Patienten sind seine Freunde – oder sollten es sein. Er geht von Haus zu Haus und wird überall herzlich empfangen. Was kann man noch wollen? Und außerdem muß er ein guter Mensch sein – er kann gar nicht anders. Wie kann jemand sein ganzes Leben lang mitansehen, wie tapfer die Leute ihr Leid tragen, und dabei hartherzig oder bösartig bleiben? Es ist ein edler, großzügiger und gütiger Beruf, und Ihr jungen Leute müßt dafür sorgen, daß es so bleibt.“

Arthur Conan Doyle

Eine kurze Fußnote zu der Erzählung "Die Nachhut von ’15"

„Die 6. französische Infanteriedivision unter Jérôme Bonaparte rückte um 11:30 Uhr gegen das Schloss Hougoumont vor. Das davor liegende Lustwäldchen fiel nach mehrstündigem Gefecht in die Hand der Franzosen, der Verlust führte jedoch zu umso hartnäckigerer Verteidigung des Vorhofes und des Schlosses selbst durch ein britisches Gardeinfanterieregiment mit Verstärkung durch braunschweigische und nassauische Abteilungen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Waterloo

Sir Arthur Conan Doyle
1859 – 1930